Leben

Lange bevor Moritz Koch am 26.03.2000 geboren wird, lernen sich seine Eltern bei einem Fotografie-Kurs kennen. 2011 gründet er mit Freund*innen, inspiriert von seiner Schwester, der Schauspielerin Katarina Schmidt, „Das Märchenhaus - das kleinste Theater der Welt“ und schreibt zwei Märchenstücke, die er daraufhin mit dem Ensemble einstudiert. Getrieben von Aktionismus verwirklicht er ein Jahr später eine regionale Internet-Zeitung, die er mit journalistischen Inhalten aus eigener Feder als auch aus der von Kumpan*innen füllt. Währenddessen ist er bereits als autodidaktischer Fotograf tätig und freundet sich damit an. Mit 16 Jahren beginnt Koch mit dem Organisieren von fotografischen, installativen und cineastischen Kunstausstellungen. Marketing und Psychologie reifen zu Interessen heran, die er mit Hilfe der Fotografie zum Ausdruck bringt.

 

»THE WAKE UP CALL 1« 2017 in Mainz-Weisenau ist seine erste politisch, philosophische Ausstellung, die einen klaren Besuchererfolg erzielt. Es folgen die Expositionen »industryVERSUSnature« und im Februar 2019, nach langjähriger Vorbereitung, »THE WAKE UP CALL 2«. Als erstem Künstler seit 1974 wird Koch angeboten, alle drei Ausstellungsflächen der Mainzer Rathaus Galerie gleichzeitig zu bespielen. Mit 400 Besucher*innen an der Vernissage bricht TWUC2 den Publikumsrekord der Galerie. 

 

2020 gründet er MOVEMENT21 - ein Netzwerk zur Unterstützung von Künstler*innen im Rhein-Main-Gebiet. 

 

 Text | Sven Marquardt, 2019


Werk

Moritz Koch ist ein autodidaktischer Fotograf und aktivistischer Künstler. Sein künstlerisches Œuvre ist durchweg politisch und philosophisch geprägt. Ihm ist es ein großes Anliegen, mit seinen Fotografien, Installationen und Kurzfilmen nicht nur durch Ästhetik zu begeistern, sondern auch eine ergreifende Botschaft zu verbreiten. Besonders in Hinblick auf einen expandierenden Spalt zwischen Mensch und einer süffisanten Kunstwelt, schwillt Kochs Vorhaben, beide erneut zu einen, auf das Unermessliche an. 

 

Sein Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und zum Gedankenaustausch zu inspirieren. Dazu sucht er die Mitte zwischen Abstraktion und Plakativität, um komplexe Themen verständlich zu veranschaulichen, ohne dabei interpretatorischen Spielraum zu nehmen. Ferner nutzt er verschiedene künstlerische Medien wie Düfte und Klänge, um ein vollkommenes Eintauchen in die von ihm geschaffenen Welten zu ermöglichen.

Eine Fotografie zu verklärten Fake News oder die raumprägende „MITTELINSTALLATION“ in Form eines Überwachungsstaats á la „Brave New World“ - Kochs Werke befassen sich mit einer Vision der Zukunft, welche die Ambivalenz von Utopie und Dystopie porträtiert. Er selbst spricht seiner Kunst einen von Retro-Futurismus inspirierten „post-futuristischen Charakter“ zu. 

 

Die von ihm gewählte Ästhetik soll den Zugang erleichtern: Inspiriert vom Amerika der 50er Jahre mitsamt eines Hauchs von Avantgarde, inszeniert der junge Künstler theatralisch seine Fotografien. Sein Anspruch ist es, perfekte Synergien aus Lichtsetzung, Styling, Requisite, Kulisse und Mimik zu kreieren. Stets mit dem Ziel, mitreißende Emotionen in seinen Betrachter*innen zu wecken. Dabei sollen Requisiten, die in Ausstellungen als Installation drapiert werden, dazu dienen, expressive Brücken zwischen Fiktion und Realität zu bauen. Die Detailverliebtheit auf Fotografien mit bis zu 200 Statist*innen zeichnet Kochs Werk aus.

 

Sein Opus dient der unabhängigen Reflexion unserer komplex agierenden Menschheit, wenn gleich sie aber keine mahnende Belehrung ist.

 

 Text | Sven Marquardt, 2019


Moritz Koch, 2023
Moritz Koch, 2023